Steigende Konjunktur im Handwerk

Der Anteil der Handwerker, die von einer guten Ertragslage sprechen, ist nochmals deutlich gestiegen. So beurteilen ein Drittel der Chefs die Ertragslage (Vorjahr 18 %) mit gut. Im Gegenzug verringert sich die Zahl der Unternehmen mit schlechten Erträgen von 35 auf jetzt 23 Prozent. Überdurchschnittlich gute Geschäfte gibt das Baugewerbe an, aber auch das langjährige Konjunkturschlusslicht Kfz-Branche hat sich deutlich verbessern können. Hier wirken sich vor allem die Vorzieheffekte der Mehrwertsteuererhöhung ab Januar 2007 aus.

Die Betriebauslastung hat sich insgesamt erheblich verbessert. Beinahe schon die Hälfte aller Betriebe (44 Prozent) gibt eine vollständige Auslastung an. Vor allem Bau und Ausbau zeigen hier mit 64 bzw. 51 Prozent überdurchschnittliche Auslastungsgrade. Weit unter dem Durchschnitt der Branchen liegen vor allem die Gesundheitshandwerke, die sichtbar unter den Auswirkungen der nicht geklärten Gesundheitsreform leiden.

Die Beschäftigungssituation ist abgesehen von Zuwächsen im Bereich Bau und Ausbau relativ konstant geblieben. Lediglich im Nahrungsmittelhandwerk, das nach wie vor unter einer schlechten Ertragslage leidet, ist überdurchschnittlich Beschäftigung abgebaut worden.

Einer der wichtigsten Indikatoren für eine substantielle Verbesserung in den Betrieben ist das Investitionsverhalten. Die Umfragewerte waren in den vergangenen Jahren gleichbleibend niedrig. Gegenüber dem Vorjahr (8 Prozent) hat sich jetzt aber die Zahl derer, die im letzten Vierteljahr in ihren Betrieb investiert haben, nahezu verdoppelt (15 Prozent). Diese Betriebe haben das konjunkturelle Hoch genutzt, langjährigen Investitionsstau aufzulösen und ihre Zukunftsfähigkeit zu verbessern.

Für die kommenden Monate bis Jahresende erwarten die Handwerksbetriebe noch ein anhaltendes konjunkturelles Hoch. Auf Grund veränderter Rahmenbedingungen könnte es im nächsten Jahr aber zu einer "Nachfragedelle" kommen. Der Steuerbonus auf Handwerksleistungen, der sich in diesem Jahr belebend auf die Handwerkskonjunktur ausgewirkt hat, wird mit der Mehrwertsteuererhöhung wieder geringer. Damit kann sich auch der Trend zur Schwarzarbeit wieder erhöhen.

Auch die vorhergesagte Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge, die Halbierung des Sparerfreibetrages und die Kürzung der Pendlerpauschale werden das verfügbare Einkommen wieder reduzieren. Dementsprechend sind die Handwerksbetriebe bei weiteren Neueinstellungen zurückhaltend. Lediglich 2 Prozent der befragten Betriebe wollen ihr Personal nochmals aufstocken.

Quelle: Handwerkskammer Schwerin 



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