Adresshandel

Adreßhandel

Adressenhandel - was ist zulässig? Adresskäufe im Netz und der Versand von Massen kostenloser Werbebotschaften per E-Mail - das geht allerdings nicht so leicht. Es gibt in Deutschland und in der EU viele Gesetze, die festlegen, wann welche Form der Bewerbung überhaupt zulässig ist. Mittlerweile wissen viele Werbekunden, dass die Endverbraucherwerbung rechtlich problematisch ist, aber auch für Unternehmen scheint sie nicht viel besser zu sein.

Jede Werbefirma ist dazu angehalten, sich vorab über zulässige Werbeaktionen zu unterrichten, da sonst die Gefahr schwerer Sanktionen besteht. Also, was nützt es, überhaupt Adressen zu kaufen? Der Adresshändler hat in der Regelfall die Funktion, Auskünfte zu erheben und die anfallenden Sachverhalte für die automatische Bearbeitung aufzubereiten - z.B. für werbliche Zwecke, aber auch für die Pflege oder Erweiterung eines vorhandenen Kundenstamms.

Einerseits können Sie sich darauf stützen, dass ein seriöser Einzelhändler über mehr Bezugsquellen verfügt und regelmäßige Update-Prozesse einleitet, so dass die Qualität der Informationen schlichtweg besser ist als bei Amateurdaten. Andererseits sparen Sie viel Zeit, die Sie für Ihre eigene Recherche aufwenden würden, und letztlich auch bares Geld ausgeben - denn die gekauften Datensätze sind immer billiger als der Stundenlohn, der für eine sorgfältige eigene Recherche ausgegeben würde.

Außerdem kann Sie ein Adressverkäufer über Möglichkeiten der Werbung mit Ihren Angaben unterrichten. Aber wer trotz ausdrücklicher Aufforderung nicht auf die erforderliche Einwilligung zur Nutzung von E-Mail-Adressen verweist, sollte sofort aus der Reihe der vergleichbaren Dienstleister entfernt werden. Kann ich E-Mails an erworbene Empfänger senden?

Genauso verführerisch wie es wäre, ein paar tausend E-Mails für ein paar hundert EUR zu kaufen und sie für eine Werbekampagne zu verwenden, ist es bedauerlicherweise auch riskant. Ob B2C oder B2B, kein deutsches Untenehmen darf ohne die ausdrückliche und nachprüfbare Zustimmung des Adressaten eine E-Mail als ersten Kontakt senden. Ausgenommen sind nur Firmenanfragen und Untersuchungen (jeweils ohne Werbehintergrund).

Übrigens ist diese Zustimmung nicht übertragbar und daher nicht zu verkaufen, so dass sie von der Gesellschaft selbst oder ausdrücklich für die Gesellschaft erteilt werden muss. Kann ich die gekauften Rufnummern ausrufen? Im Regelfall werden die Rufnummern als Zusatzinformationen zu den Postanschriften angegeben und nicht als Einzelsendungen mitgenommen. Telefonmarketing ist im B2C-Bereich ebenso stark reguliert wie E-Mail-Werbung - mit anderen Worten, nichts funktioniert ohne Werbeeinverständnis.

Postwerbung mit publizierten Anschriften ist rechtssicher. Es ist unerheblich, ob diese Anschriften aus dem Netz oder von einem renommierten Fachhändler kommen. Aus Gründen der Sicherheit sollte im Begleitschreiben ein Hinweis auf die Herkunft der genutzten Informationen (z.B. in der Fußzeile) angebracht werden. Die Erfahrung zeigt, dass die Kombination einer Postwerbekampagne mit einer gut funktionierenden Telefonkampagne die besten Response-Raten im B2B-Bereich erzielt - Raten im einstelligen Bereich sind möglich.

Hier ein kleines Berechnungsbeispiel: Eine Postwerbekampagne an 5000 Adressaten kosten rund 4000 Euro (inklusive Adress-, Druck- und Versandkosten).

Mehr zum Thema