Alte Werbung

Altwerbung

Es wird ständig neue Werbung gemacht, denn alte Werbung verliert ihre Wirkung, wenn sie zu lange im Umlauf ist. Mit alten Werbeplakaten, alten Werbeschildern und Anzeigen gehen Sie auf eine Reise durch die Geschichte der Werbung. Altwerbung Für Schwarz, die Künstlerinnen und Künstler sowie für die Künstlerinnen und Künstler Stephanie Blás und Johannes Feldern waren die Glücksfunde der Ausgangspunkt für ein Kunst- und Forschungsprojekt, in dem sie von 1854 bis 1944 Anzeigen in den Inserentenzeitschriften recherchierten und mit aktuellen Themenkommentaren und aktuellen Werbemitteltechniken verbanden. Das Ergebnis ist auf den Strassen Innsbrucks und im WEI SPRAUMforum in der Andreas-Hofer-Straße zu seh.

Auf dem " Werbetisch " befinden sich Klebestreifen und andere Befestigungsmittel, während auf dem Monitor bereits ein Dokument über die Personalisierung der Werbung mit Google gezeigt wird, das seinerseits als Werbeträger für die Messe fungiert. Auf den ersten Blick ist alte Werbung kaum sichtbar, aber dennoch allgegenwärtig: Die Transparente stellen in zehnjährigen Schritten dar, wie viele und welche Werbungen in einem Jahr in den Inneren Medien dargestellt wurden und - farblich gebündelt - zu welchen Themenbereichen sie gehören, ob sie mit einem Firmenlogo oder einer Graphik ausgestattet wurden.

So werden nicht nur die mehr oder weniger schwergewichtigen Topics sondern auch die Zahl der Anzeigen, die jedes Jahr platziert wurden, ersichtlich. Entgegen den Erwartungen ist es bis 1904 eine immer größer werdende Zahl, die dann aber wieder abnimmt, und im zuletzt erforschten Jahr 1944 - kurz vor der Auflösung der Nürnberger Medien und in der Mitte des Zweiten Weltkriegs - gibt es offenbar nur noch wenig zu werben.

In der Werbung spiegeln sich die damaligen Gegebenheiten und Ideologien wider. "Für einige", sagt Richard Schwarz, "wird Werbung überhaupt nicht mehr verstanden, weil sie im Sinne oder Geist der Zeit beworben wird. Ein wesentlicher Bestandteil der Austellung sind die unterschiedlichen Ansätze der Digitalisierung analoger Materialien: Zum einen wurde die Werbung von früher mit klassischer historischer Technik verarbeitet, zum anderen haben die Designer eine Verbindung zu den modernen (digitalen) Massenmedien hergestellt und damit auch die vom Papierwerbung an alle Passanten einer Plakatwerbung oder an die Leserschaft einer Tageszeitung gerichtete Ent -wicklung zur individuellen und auf jeden Nutzer abgestimmten Werbung verfolgt.

Ausschnitte, Arbeiten und Bilder aus unterschiedlichen Epochen erläutern die Entwicklungen der Werbung. So dokumentiert sie zum Beispiel Werbung im urbanen Bereich, die an diesen Orten heute keinen Platz mehr findet - zum Beispiel in Architekturdenkmälern aus der Rokokozeit wie dem Helmholtzhaus oder dem Hochmittelalter wie der jetzt restaurierten Burg Ottoburg. Die Werbung im modernen Öffentlichkeitsraum steht unter dem Motto "Kein Schindel - Jetzt new!

Altwerbung " schliesslich, indem man alte Werbung in Schwarz-Weiß oder hellen Farben auf den übrigen Flächen von Plakaten spielt. Oftmals ergeben sich verblüffende Kombinationsmöglichkeiten - zum Beispiel, wenn ein alter Dienerservice neben dem aktuellen Wohntraum Umzüge lobt oder die Wildstil & Tattoo Fair und die European Food Festivals Society einen durch Franzbranntwein Gurgeln verstärkten Mann erfährt.

Starke Reißzähne und kräftiges Kaugummi sind Garant für die Messe - ein Zeichen dafür, dass alte Werbung noch immer einen Biss hat.

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