Bertelsmann Betriebsrente

Betriebsrente Bertelsmann

Mit einer Betriebsrente ziehen alle Beteiligten - Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Staat - an einem Strang und vereinen so zahlreiche Vorteile: Betriebliche Altersversorgung - Die milliardenschwere Lücke - Ökonomie Das drastisch gesunkene Zinsniveau setzt die Betriebe unter Druck: Sie müssen immer mehr Eigenkapital für Pensionszusagen halten. Eindrucksvoll ist die Zahl: Zum Ende des Geschäftsjahrs 2014 gab es 494.000 so genannte berechtigte Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern - und das war allein Siemens. Begünstigte sind aktive und frühere Arbeitnehmer, die nach der Pensionierung von ihrem Arbeitgeber eine Betriebsrente erhalten haben.

Daraus ergeben sich schnell viele Millionen Euros - solche Billionen, die Siemens in einer Zeit sehr niedrigen Zinsniveaus immer schwerer zu generieren ist. Bereits Ende 2014 gab es eine Versorgungslücke von rund 9,6 Mrd. EUR in der Betriebsrente - mit steigender Tendenz. Bereits Ende 2014 gab es eine Versorgungslücke. Seitdem die EZB die Finanzmärkte mit Geldmengen überschwemmt hat und die Zinssätze neue Tiefststände erreichten, haben viele dt. Firmen - wie z. B. Lebenserstversicherer - mit milliardenschweren Löchern zu kämpfen. Die EZB hat sich in den letzten Jahren zu einer der größten Banken der Welt entwickelt.

Allein 2014 erhöhten sich die Rentenverpflichtungen der 30 Dax-Unternehmen um 25 Prozentpunkte auf 372 Mrd. EUR, wie die Managementberatung Towers Watson kürzlich berechnete. Das Vorsorgevermögen beträgt dann nur noch 228 Mrd. EUR, so dass die Vorsorgelücke, also die mathematische Differenzbeträge, enorm ist - aus einem simplen rechnerischen Grund: Je niedriger der mathematische Zinssatz, umso mehr muss ein Betrieb heute zur Deckung der bereits versprochenen Rentenansprüche für die Zukünfte zur Verfügung stehen.

Bei Siemens beispielsweise ist allein zwischen Januar und August 2014 der Diskontierungssatz von 3,0 auf 2,6 Prozentpunkte gesunken. Der BDA verlangt vor allem zwei Dinge: Erstens soll die Bundesregierung die Obergrenze, bis zu der Betriebsrentenbeiträge von vier auf acht Prozentpunkte der Beitragsbemessungsgrundlage von der Einkommensgrenze abgezogen werden können, erhöhen.

Auf diese Weise könnte ein Mitarbeiter im bisherigen Staatsgebiet bis zu 5808 EUR pro Jahr und im Osten Deutschlands bis zu 4992 EUR pro Jahr in Anspruch nehmen. Darüber hinaus wird bemängelt, dass der Bund weiterhin vorgibt, sechs Prozentpunkte der Beiträge für die Unternehmensbesteuerung zu zahlen. Weil der Zinssatz jetzt viel niedriger ist, werden "fiktive Gewinne" versteuert, die die Firmen aus dem Stoff auszahlen müssen.

Gleichzeitig beschränkte er aber, dass die Politik bisher keinen konkreten Handlungsfreiraum sah. Dabei soll aufgezeigt werden, ob bei der Steuerbehandlung der betrieblichen Altersversorgung überhaupt "Optimierungsbedarf" vorliegt. Allerdings sollten die Unternehmer keine großen Erwartungen haben, dass die Zentralregierung ihnen zuhelfen wird. Innerhalb der Landesregierung wird behauptet, dass eine Anpassung des Steuerdiskontsatzes von aktuell sechs Prozentpunkten an den Handelsrechtssatz die Entlastung der Betriebe bewirken würde.

Es konnte jedoch niemand gewährleisten, dass diese Einsparung auch wirklich in die Verstärkung der Betriebsrente investiert wird. In jedem Fall ist es nicht sinnvoll, kurzfristige Marktbewegungen bei der Berücksichtigung von langfristigen Vorsorgeverpflichtungen zu berücksichtigen. Wer seine berufliche Vorsorge an einen Leistungserbringer ausgelagert hat, konnte die notwendigen Nebenkosten bereits heute steuervoraus. Insbesondere große Konzerne, die sich um ihre eigene Betriebsrente bemühen, profitieren davon jedoch nicht.

VW, Siemens, Daimler, Bayer, RWE, das sind die Unternehmen mit den größten Rentenverpflichtungen - zwischen 25 und 40 Mrd. E. Die meisten Unternehmen haben eine Pensionsverpflichtung. Alleine im ersten Kalenderquartal erhöhten sich die korrespondierenden Vorsorgen des Unternehmens um drei Mrd. EUR auf 10,2 Mrd. EUR, da der Diskontierungssatz von 2,6 auf 1,7 nachgab. Die Lufthansa will daher selbst tätig werden und die Funktionsweise der betrieblichen Altersversorgung ändern:

Die Pilotprojekte konzentrieren sich gegenwärtig auf den Vorruhestand, aber in Wirklichkeit geht es bei einer Rentenreform um viel mehr Kapital für sie und das Unternehmen. Aber nicht nur Unternehmen mit vielen Beschäftigten, auch kleine und mittelständische Unternehmen fühlen den Stress - zum Beispiel der Verlag Gruner + Jahr. In Anbetracht der tiefen Zinssätze öffnet sich auch hier eine große Zeitspanne.

Bertelsmann, seit 2014 100-prozentiger Inhaber von Gruner + Jahr, gab am vergangenen Donnerstag bekannt, dass der Verlagshaus dem konzerninternen Pensionsfonds beitreten wird. Das Vermögen musste daher um 400 Mio. EUR auf 1,4 Mrd. EUR erhöht werden.

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