Dect Telefonanlage

Dektelefonsystem

Funktions- und Installationshinweise Vor kurzem haben wir ein neues IP-DECT Wireless System auf den Markt gebracht. Anlass genug für uns, uns den Stand der ortsbezogenen drahtlosen Telephonie genauer anzusehen. Der Name DECT ist der Name dieses Standards, der für nichts anderes steht als Digital Enhanced Cordless Telecommunications. Das DECT ist in erster Linie für die Kommunikation in Räumen oder auf dem Firmengelände konzipiert.

Die Reichweiten von 50 Metern in Häusern und 300 Metern im Außenbereich sind zwar durchaus denkbar, können aber durch die örtlichen Bedingungen, die Bauart und vor allem den Installationsort der jeweiligen DECT-Basen stark beeinträchtigt werden. Auch ist eine Stahltüre nicht gerade ein Blickfang.... Durch die modularen Kombinationsmöglichkeiten einzelner DECT-Basen können fast jede Gebäudegröße mit einem eigenen "Telefonnetz" überdacht werden.

In einem solchen Netzwerk sind alle Beteiligten (bis zu 4096 Mitarbeiter) jederzeit und an jedem Ort über ihre normale Nebenstellennummer zu erreichen - das Schreibtischtelefon für die Mitte. Im Unterschied zu den Mobilfunktechnologien GSM, UMTS und LTE ist der DECT-Standard eine rein digitale Zugangstechnik. Dies geschieht durch das an das DECT-System oder den Kommuniktionsserver angeschlossene Telefonsystem.

In unserem IP-DECT-System sind dies z. B. die beiden Verdrahtungsserver WS-400 IP oder WS-650 IP. DECT ist in Europa im Frequenzbereich 1880-1900MHz definiert. Im Unterschied zum Mobilgerät verwendet DECT für die Datenübertragung in beide Richtung die gleiche Frequenz (d.h. für die Anschlüsse von der Feststation zum Mobilteil und für die Anschlüsse vom Mobilteil zur Feststation).

Für DECT ergibt sich eine Framedauer von 10 ms, wobei im Standard-DECT 24 Zeitfenster durchlaufen werden; je 12 für die Down-Link und 12 für die Up-Link. Je nach bestimmungsgemäßer Nutzung des DECT-Netzes können die Zeitfenster auch unterschiedlich getaktet werden, was an dieser Stellen jedoch für weitere Erläuterungen zu spezifisch wäre.

Es handelt sich um einen weltweiten Teil, der das vorhandene Netzwerk identifiziert (Access Right Identity, ARI). Diese wird durch eine örtliche Identifikation vervollständigt, die die Anzahl der Basisstationen innerhalb eines Netzwerks mit unterschiedlichen Mehrfachzellen (=Basen) (Radio Fixed Part Number, RFN) vorgibt. Eine Handapparatur hat einen oder mehrere tragbare Zugriffsrechte-Schlüssel (PARKs), die ihre Zugriffsrechte auf das installierte Netzwerk identifizieren.

Ist ein DECT-Endgerät in einem Netzwerk registriert, werden diese Zugangsschlüssel verhandelt und gespeichert. Die am Netzwerk angemeldeten Benutzer werden dann durch eine (lokal) einzigartige International Portable User Identity (IPUI) identifizier. Der Verbindungsaufbau in einem DECT-Netz erfolgt wie folgt: Eine Zentrale schickt fortlaufend ein so genanntes Beacon, das eine Vielzahl von für den Verbindungsaufbau wichtigen Daten enthält.

Die Handbedienung kennt diese Bake und ist mit dem Bakenkanal verbunden, die Grundlage bildet die Synchronisation der Zugriffsberechtigungen - nun kann sich das DECT-Handgerät in das Gesamtsystem einloggen und ein Sender ist für den Anruf belegt. Anschließend werden weitere technischen Einzelheiten zwischen Basisstation und Mobilteil vereinbart und der Anruf kann zustandekommen.

Die Übergabe, d.h. der Wechsel der Zellen in einem Gesprächsthema, erfolgt ohne Unterbrechung zwischen Basisstation und Handgerät (....zumindest sollte es bei einer ordnungsgemäßen Installation....). Im Falle einer schlechten Gesprächsqualität kann auch ein Transfer innerhalb der aktivierten Funkstelle angefordert und von einer Basisstation durchgeführt werden. Das Handgerät schaltet auf einen anderen Funk- oder Frequenzbereich innerhalb derselben Sendetaste um.

Von diesen Ereignissen merkt der Anrufer im Hintergund nichts - und zwar ohne Zwischenfälle! Mit SRTP und TLS kann auch die Verbindung zwischen dem IP-DECT-System und der Telefonanlage verschlüsselt werden - nicht zwangsläufig unerheblich, da es nun möglich ist, ohne großen Arbeitsaufwand Direktempfang zu hören. Bei sensiblen Gesprächen über DECT ist eine verschlüsselte Übertragung über SRTP von großem Nutzen - dies ist auch mit unserem IP-DECT Wireless Systems (Upgrade erforderlich) in Verbindung mit dem COMPmander 6000 möglich.

Wir werden an dieser Position jedoch auf ein How-To zum Hören von DECT-Gesprächen verzichtet, da wir den Bösewichten keine Anweisungen geben wollen. Die Schönheit von DECT? Für die Inbetriebnahme eines Systems sind nur ein Bediener (der beim WS-400 IP auch als Basisstation fungiert) und ein Handgerät erforderlich.

Der Aufbau eines DECT-Netzes ist besonders einfach, da die Feststationen und die Einzelzellen keine festen Frequenzzuweisungen erfordern. Sehr aussagekräftig: Wie und wo befestige ich die individuellen Radiozellen oder Sockelstationen? Wie bei einem WLan-Router ist es eine sehr schwache Sache, die Einzelbasisstationen vor dicken Stahltüren, hinter Stützen oder unter dem Tisch zu platzieren (Keyword-Reflektionen).

Eine DECT Repeater ersetzen keine Sockel! In Zweifelsfällen ist es zweckmäßiger, ein LAN-Kabel zu verlegen und eine zusätzliche Standfläche an der Stelle zu montieren, an der DECT erforderlich ist. Die DECT ist derzeit mit einer Betriebsgenehmigung bis zum Jahr 2020 ausgerüstet, die aber weiterhin so gesichert sein wird wie das Amen in der Gemeinde.

Herzstück des voraussichtlichen DECT-Nachfolgers: Neue Codecs und damit eine weiter verbesserter Sprache, mehr verarbeitbare Bandbreiten, die Vereinbarkeit von Geräten unterschiedlicher Anbieter und proprietärer Softwares im DECT-Bereich sollen der Vergessenheit anheimfallen. Auch die wechselseitige Beeinflussung der Frequenzen von DECT, Bluetooth und WiLan wird mit dem neuen Normungsstandard der Fall sein.

Kurz gesagt, das Handy bucht sich ganz unkompliziert in die Telefonanlage eines Betriebes ein. Mit der Anbindung des Mobiltelefons über GSM (Mobilfunknetz) an die Telefonanlage wird dieses "DECT"-Netz natürlich zu einer weltweiten Sache - aber die schrecklichen Roaming-Kosten stehen nach wie vor im Widerspruch zum weit verbreiteten Einsatz von FMC.

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