Freie Mitarbeit

Freiberufliche Tätigkeit

Freiberufliche Tätigkeit und "feste Freelancer". Sehr viel Freiraum zu welchem Quadrat? Freiberufliche Arbeit bringt mehr Freiraum und weniger Geborgenheit und ist nicht immer die erste Adresse für den Arbeitnehmer. Andererseits haben Freiberufler auch den Vorzug, dass sie ihre Arbeitszeit in der Regel beliebig aufteilen können und aufgrund ihrer Unabhängigkeit nicht kranken-, pflege- und arbeitslos versichert sind.

Ab wann ist es eigentlich freiberuflich tätig? Ein klarer Unterschied zwischen einem klassischem Arbeitsverhältnis und einer freien Mitarbeit ist heute oft kaum noch zu erkennen. Die Vorstellung von einem festen Mitarbeiter, der jeden Tag im Unternehmen präsent ist, der eine festgelegte Stundenzahl leistet, in der Regel kein erfolgsabhängiges Honorar erhält und genaue Vorgaben des Auftraggebers verfolgt, ist heute nicht immer so.

Auf der anderen Seite steht der Freelancer, der vor einigen Jahren nahezu ausschliesslich von zu Haus aus arbeitete und oft mehrere Kunden hatte. Die Festangestellten erhalten immer mehr Freiheit und Eigenverantwortung und dürfen immer häufiger von zu Haus aus mitarbeiten. Der Freelancertrend geht jedoch in die Gegenrichtung.

Mehr und mehr Freelancer sind nur für einen Kunden tätig, sind entsprechend von ihm angewiesen und befolgen detaillierte Anleitungen. Es gibt keine eindeutige Begrenzung mehr, aber auf der Grundlage von Sachverhalten kann im Einzelnen bestimmt werden, welche Form des Arbeitsverhältnisses im konkreten Falle besteht. Es ist nicht ausschlaggebend, was im Arbeitsvertrag steht, sondern wie das Beschäftigungsverhältnis in der Realität auszusehen hat.

Dabei ist es entscheidend, wie groß die individuelle Abhängigkeiten und das Engagement der Mitarbeiter in der Arbeitsgestaltung sind. Ökonomische Unabhängigkeit ist nur von untergeordneter Bedeutung.

Selbstständige Tätigkeit

Freiberufliche Tätigkeiten dürfen keine gefälschte Selbstständigkeit oder eine Arbeitnehmer-ähnliche Aktivität sein. Die Entscheidung, ob es sich um eine freiberufliche Arbeit, eine Arbeitnehmer-ähnliche Beschäftigung oder gar eine Scheinselbständigkeit handelt, kann oft nur von einem Steuerrechtsexperten getroffen werden. Freiberufliche Tätigkeiten erfordern prinzipiell eine selbständige Erwerbstätigkeit, die ohne ökonomische Abhängigkeiten auf der Basis eines Dienstleistungs- oder Arbeitsvertrages für sich ändernde Kunden ausgeübt wird.

Der Freiberufler darf vor allem nicht der Befugnis des Kunden zur Auftragserteilung unterworfen sein.

Diejenigen, die für andere in ökonomischer Hinsicht arbeiten und durch diese Unabhängigkeit Sozialschutz erhalten, arbeiten nicht freiberuflich, sondern üben ähnliche Tätigkeiten aus wie ein Arbeitnehmer. Dazu gehören in der Regel Heimwerker, Hauskaufleute oder selbständige Kaufleute, sofern sie als Vertreter eines Unternehmens im Sinn des 92a HGB tätig sind und gewisse Einnahmequellen nicht überschreiten. Für die Ausübung einer arbeitnehmerähnlichen Beschäftigung gilt das Arbeitsgerichtsgesetz (ArbGG) nach 5, aber das materielles Arbeitsgesetz ist in der Praxis nicht anwendbar (Ausnahmen sind individuelle arbeitsrechtliche Vorschriften wie die §§ 2, 12 BUrlG oder § 12a TVG).

Jeder, der eine abhängige Beschäftigung hat und wie ein abhängiger Arbeitnehmer handelt und an Weisungen seines Arbeitgebers gebunden ist, handelt z.B. nicht freiberuflich, sondern ist voraussichtlich ein Scheinselbständiger. Eine Scheinselbständigkeit kann in der Regel auch dann angenommen werden, wenn die freiberufliche Tätigkeit überwiegend für einen Mandanten ausgeführt wird, so dass eine ökonomische Abhängigkeiten bestehen.

Für diejenigen, die als Freelancer arbeiten, und für diejenigen, die freiberuflich arbeiten, ist das Risiko hoch. Die Begründung einer Scheinselbständigkeit führt zu hohen Zuzahlungsverpflichtungen für beideseits. Insbesondere die Neuberechnung der Sozialversicherungsbeiträge für den gesamten Zeitraum der Pseudoselbstständigkeit wird für beide Parteien in der Regel aufwendig.

Jeder Selbständige, der eine freiberufliche Tätigkeit ausübt, sollte daher zunächst einen Steuerrechtler oder ein Statusbewertungsverfahren bei der Deutsche Rentenversicherung in Berlin haben, um sicherzustellen, dass seine freiberufliche Tätigkeit auch wirklich sozialversicherungspflichtfrei ist.

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