Intraday Steuerung

Zwischenzeitliche Kontrolle

Er besteht aus dem Ressourcenmanager, der Intraday-Steuerung, dem Business Analysten und den TC-Administratoren. Liquiditätsrisiko innerhalb des Tages - Management und Berichterstattung über Liquiditätsrisiken innerhalb des Tages Kreditinstitute brauchen Untergrundliquidität, um ihren Zahlungsverpflichtungen im Verlauf eines Arbeitstages nachzukommen. Unter der untertägigen Liquiditätssituation versteht man im Wesentlichen die zur Verfügung stehende Liquiditätssituation zur Abdeckung von Zahlungspflichten, die den Kreditinstituten im Zuge der Bearbeitung ihres Tageszahlungsverkehrs erwachsen. Daher wird das tägliche Liquiditätsrisiko mit einem Zeithorizont von bis zu einem Tag durch diese Quoten nicht berücksichtigt.

Eine Zusammenfassung des Intraday-Liquiditätsrisikos in einer einzigen Kennziffer wird jedoch nicht möglich sein, da mit zunehmender Verkürzung des Zeithorizonts immer mehr Risikotypen für die Liquiditätsbereitstellung von Bedeutung sein werden. Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat bereits 2008 in seinen "Principles for Sound Liquidity Risk Management and Supervision" die ersten Bausteine für ein solides Untergrundschuldenmanagement beschrieben (siehe Principle 8).

In dem BCBS-Papier 248 "Monitoring Tools for Intraday Liquidity Management" (April 2013) wurden diese Ansätze endlich umgesetzt. Zusätzlich zu den Stresstests legt sie diverse Monitoringindikatoren fest, die einen umfassenden Überblick über die Situation der untertägigen Liquiditätslage einer Hausbank geben. BCBS 248 macht für alle Kreditinstitute die Berichterstattung über das maximale und minimale Liquiditätsvolumen, die Liquiditätslage zu Anfang des Arbeitstages, die Gesamtzahlungen und die zeitlich kritischen Zahlungspflichten verbindlich.

Bei korrespondierenden Banken wird die Berichtspflicht auch auf die Zahlung an Korrespondenzkunden und Intraday-Kreditlinien ausgedehnt. Darüber hinaus sind direkte Teilnehmer an Zahlungssystemen verpflichtet, einen Intraday-Lauf durchzuführen, um den Prozentsatz der Zahlungseingänge an den gesamten Zahlungsvorgängen zu bestimmen, der zu gewissen Zeiten des Tages erfolgt. Ergänzend zu den Monitoringindikatoren müssen Intraday-Liquiditätsstress-Szenarien konzipiert und umgesetzt werden. Die Berichtspflicht der Innertagesliquidität wurde zunächst - zusammen mit der LCR - ab dem Stichtag 31. Dezember 2015 geplant.

Über die Implementierung von BCBS 248 auf EU-Ebene wurde noch nicht entschieden. Ungeachtet der Einleitung von Meldepflichten für das Intraday-Liquiditätsrisiko müssen die Institute ab 2016 die Anforderungen der Säule II im Rahmen der neuen Li-SREP-Anforderungen einhalten ("siehe SREP-Richtlinien"). Zu diesem Zweck muss der Liquiditätsmanagementzyklus um die Größenordnung "intraday" mit eigenen Marktszenarien, Limits und einem dazugehörigen Liquiditätpuffer-, Reporting- und Eventualkonzept erweitert werden.

Daraus resultieren für jede einzelne Institution spezifische Fragestellungen bei der Implementierung eines Intraday-Control-Frameworks. Aus ihrem GeschÃ?ftsmodell auf der einen Seite und ihrer Funktion im Finanzdienstleistungssystem auf der anderen Seite resultieren die wirtschaftlichen Ã?berlegungen fÃ?r jede einzelne Niederlassung. Der BCBS 248 beispielsweise legt verschiedene Voraussetzungen für Kreditinstitute fest, je nachdem, ob sie unmittelbare Beteiligte an Zahlungsabwicklungssystemen sind oder Korrespondenzbankdienstleistungen bereitstellen.

Für die Einbindung der Innertagesliquidität in das Management des Liquiditätrisikos gibt es Parallelitäten zum Managen des operationellen und strukturierten Liquiditätsrisikos: Durch Stresstests können Risken vorweggenommen und die Ebene des Innertagesliquiditätspuffers ermittelt werden. In das Frühwarnsystem und die Krisenplanung sollten Kennzahlen aus dem Umfeld der Untergrundliquidität einbezogen werden. Mit den erwarteten Zahlungseingängen ist bereits in einem frühen Stadium zu rechnen.

Ein wesentlicher Erfolgfaktor ist die wirksame Identifikation relevanter Kontrahenten, Kundinnen und Konsumenten, Produkte, Tage oder Zeiten mit Sonderzahlungen und anderen besonderen Merkmalen für Ein- und Auszahlungen. Die Liquiditätsreserve kann in Gestalt von Zentralbankeinlagen oder unbeschränkten Wertpapieren bei der Nationalbank zur Ausnutzung von untertägigen Linien erfolgen. Im Privatbereich können widerrufbare und unkündbare Kredite und Bankguthaben zur Abdeckung des täglichen Liquiditätsbedarfs ausgenutzt werden.

In die Preisfindung können die Aufwendungen für die Verwaltung der Intraday-Liquidität und das Heben des Liquidity-Puffers integriert werden. Beispielsweise werden beispielsweise bei Produkten mit einem erhöhten Innertagesliquiditätsrisiko, z.B. Unternehmenslinien, die auch unter Tage genutzt werden können, ebenfalls nach dem Verursacherprinzip bewertet. Gegenüber den anderen liquiditätsrisikobehafteten Risiken ist die Identifikation und Prioritätensetzung von Zahlungspflichten eine besondere Eigenschaft, so dass die Zahlung je nach Bedeutung oder Umfang manuell erfolgen kann.

Die wirtschaftlichen und behördlichen Auflagen stellen letztendlich die Herausforderung für die technologische Implementierung dar. Unter Risikogesichtspunkten ist es sinnvoll, einen Zentralverantwortlichen für die Innertagesliquidität innerhalb einer Hausbank oder eines Unternehmens zu definieren, da übergeordnete Sachverhalte wie Sicherheitenverwaltung, Liquiditätsübergang zwischen verschiedenen Währungen mit Hilfe von Devisenswaps nur übergreifend und nur so zielführend gesteuert werden können.

In verschiedenen Zahlungssystemen können unterschiedliche Bedürfnisse auftreten, aber die Daten sollten in einer zentralen Datenbank zusammengefasst werden, vor allem wenn Liquiditätsüberbrückungen zwischen ihnen möglich sind. Die Kreditinstitute sollten bestrebt sein, das Intraday-Liquiditätsrisiko über alle maßgeblichen Kundenkonten hinweg flächendeckend zu ermitteln. Dazu müssen alle Zahlungsvorgänge auf Einzeltransaktionsebene zunächst mit einem Echtzeitstempel gekennzeichnet werden.

Bei RTGS, wie z.B. Ziel 2, geschieht dies bei der Zahlung über das Bankkonto der Zentralbank. Darüber hinaus muss dies auch für Nebenanlagen und für den Zahlungsverkehr in Fremdwährung geschehen. Die Echtzeitverfügbarkeit von Informationen ist wichtig für das Risikomanagement der Innertagesliquidität. Das betrifft nicht nur die Präsentation von Ein- und Auszahlungen, sondern auch die Verwaltung der für Intraday verfügbaren Sicherheiten.

Durch das rechtzeitige Inkrafttreten des Li-SREP ist davon auszugehen, dass die Frage der Innertagesliquidität bei zukünftigen aufsichtsrechtlichen Überprüfungen von zunehmender Relevanz sein wird. Bei den in BCBS 248 entwickelten Monitoring-Tools handelt es sich derzeit um eine Empfehlungen, deren Implementierung zu viel Ressourcen erfordern kann. Derzeit ist die künftige behördliche Handhabung der Intradayliquidität noch nicht geklärt.

Allerdings ist absehbar, dass das Problem vor allem im Zusammenhang mit dem SREP und vor allem für die von der EZB überwachten Institute immer wichtiger werden wird. Ungeachtet dieser äußeren Vorgaben scheint es sinnvoll, die Innertagesliquidität angemessen in den internen Liquiditätsrisikorahmen zu verankern, um eine transparente Darstellung aller maßgeblichen Liquiditätsrisiken aufzustellen. Dabei wird die technologische Implementierung die grösste Schwierigkeit sein.

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