Krankenversicherung für Selbstständige

Die Krankenversicherung für Selbständige

GKV: Viele Selbständige können keinen Pflichtbeitrag leisten. Die Krankenversicherung ist für Selbstständige mit niedrigem Einkommen oft eine sehr kostspielige Sache. Dies trifft auch zu, wenn Sie Angehöriger einer GKV sind. Die AOK, Barmer & Co. fordert von den Freiwilligen einen Mindesteinschuss, der sich an einem Profit orientiert, den viele der Selbständigen vor allem in der Startphase oder in Teilzeit überhaupt nicht verdienen.

Das sind zur Zeit inklusive des Pflegebeitrags mind. 422,49 EUR pro Monat. Da dies für viele Alleinstehende besonders überwältigend ist, registrieren die Kassen immer mehr Prämienrückstände, die mit 6,15 Mrd. EUR jüngst einen neuen Rekordwert erreicht haben. "Zur Entlastung der kleinen Selbstständigen werden wir die Bemessungsgrundlage für die Mindestbeiträge zur Krankenversicherung von heute 2283,75 EUR auf 1150 EUR fast halbieren", so das gesundheitspolitische Kapitell des Koalitionsvertrages.

Bei den Kassen wird der Fehlbetrag auf 750 Mio. EUR pro Jahr geschätzt. Gleichwohl erachtet der Hauptverband der GKV diese Massnahme als grundlegend richtig. Früher wurde davon ausgegangen, dass Selbständige mit größerer Wahrscheinlichkeit Hochverdiener sind als die Regel. Inzwischen gibt es aber auch viele Selbständige ohne Arbeitnehmer und mit sehr niedrigem Einkommen.

Nahezu zehn Prozentpunkte der Erwerbsbevölkerung in Deutschland sind auf eigene Kosten tätig. Nahezu 60 Prozentpunkte sind selbständig, einige von ihnen haben ein hohes Einkommen als IT-Mitarbeiter oder Berater, andere haben aber auch wenig Mittel als Pflegepersonal, Tagesmüttern, Taxifahrern oder Marktstandlern. Mehr als 1,3 Mio. Vollzeit-Eselbstständige sind aktuell im SHI-System sozialversichert - mit steigender Tendenz. Die Zahl der Selbstständigen steigt.

Die von SPD und CDU/CSU angekuendigte Senkung des Mindestsatzes ist nach Ansicht von Wirtschaftsverbänden und der Union ein richtiger Weg, geht aber nicht weit genug. "â??Wir SelbstÃ?ndigen wollen wie alle anderen Arbeitnehmer gleichgestellt werdenâ??, forderte Andreas Lutz, Vorstandsvorsitzender des Vereins der GrÃ?nder und SelbststÃ?ndigen in Deutschland (VGSD).

Der Verdiener zwischen 435 und 1150 EUR muss in Zukunft einen Mindesteinschuss bezahlen, auch wenn die Grenze gesenkt wird, der wesentlich höher sein wird als der für Arbeitnehmer mit gleichem Gehalt geltende Beitragssatz, so der Verbandsvorstand. Ausserdem will die grosse Regierungskoalition eine Rentenverpflichtung fuer Selbstaendige einfuehren. So sind kleine Selbständige in Zukunft von einer Steuerbelastung von bis zu 60 Prozentpunkten für die Bereiche Versorgung, Krankenversicherung und Altersvorsorge bedroht, sagt Lutz und warnt: "Durch die Halbherzensreduzierung in Kombination mit der gleichzeitige EinfÃ??hrung einer Alterssicherungsverpflichtung verschlimmert Grünkohl die bereits bestehende Teilzeit-Falle fÃ?r SelbstÃ?ndige.

"Vor allem viele Mütter, die nicht viel oder nur sehr wenig Geld verdienen und daher von ihren Partnern kostenlos abgesichert sind, werden davon abgebracht, mehr als 450 EUR im monatlichen Rahmen zu erwirtschaften. Die FDP haelt auch die Ankuendigung potentieller Kooperationspartner fuer voellig unangemessen. Freiberufler und andere Selbständige sind keine Arbeiter zweiter Ordnung, sagt der liberale Arbeitsmarkt-Experte Johannes Vogel.

"Politiker müssen ihre Eigenverantwortung achten, anstatt sie mit bürokratischen Mitteln und unvertretbar hohen Krankenkassenbeiträgen zu untergraben. "Die Senkung des Mindesteinlagebeitrags auf ein "etwas geringeres, aber ebenso beliebiges Niveau" reicht nach Ansicht des FDP-Politikers nicht aus. Der Beitrag der Selbständigen sollte sich für alle eher am realen Einkommen ausrichten, wie es bei der Besteuerung der Fall ist.

Deshalb will die FDP-Fraktion einen Vorschlag an den Parlamentarier richten, der die völlige Gleichstellung von Selbständigen bei den Krankenversicherungsbeiträgen anstrebt. So soll die Mindesteinkommensgrenze auf 450 EUR gesenkt werden, was etwa einem Fünftausend des derzeitigen Niveaus entspricht. In der Anwendung heisst es, dass einige Selbstständige heute mehr als 40 Prozentpunkte ihres Gehalts für die Kranken- und Langzeitpflegeversicherung ausgeben müssen.

Somit wären die von Selbständigen mit niedrigem Erwerbseinkommen zu zahlenden Beitragszahlungen in einem völlig unverhältnismäßigen Verhältnis zu ihrem eigentlichen Erwerb. Gerade für Alleinstehende stellt diese große wirtschaftliche Last nach der Rechtfertigung des FDP-Antrags teilweise eine existenzbedrohende Gefahr dar. Die Linke hatte bereits in der vergangenen Wahlperiode einen drastischen Kürzungsantrag für den Mindestbeitrag zur Krankenversicherung gestellt - und damals gescheitert.

Bezahlt ein Selbständiger seinen Krankenversicherungsbeitrag nicht, hat das unerfreuliche Nachteile.

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