Persönliche Daten Kaufen

Personenbezogene Daten kaufen

Aber was ist der Zweck der Unternehmen, die die Daten kaufen? Der Verkauf personenbezogener Daten ist nicht immer uneingeschränkt zulässig. Lasst uns unsere Daten uns doch gleich selbst ausgeben!

So sind Facebook und Cambridge Analytica nur Teil eines großen Datenhandelssystems, sagt der Schriftsteller Hannes Grassegger. Hier hat sich in den vergangenen Jahren ein "riesiger Graumarkt" herausgebildet, der nicht durch eine Begrenzung des Datenhandels bewältigt werden kann. Die Daten sind das Erdöl des XXI. Jahrhundert, sagt Gerd Landsberg, Geschäftsführer des DGB.

Dem widerspricht der Publizist Hannes Grassegger mit den Worten: "Daten sind mehr als Öl." "In den vergangenen Jahren hat sich ein großer grauer Markt herausgebildet, in dem Daten auf der ganzen Welt gesammelt werden, die wir an unsere Mobiltelefone und Anwendungen und so weiter liefern. "Cambridge Analytica ist nur "ein Beispiel für ein viel grösseres System", unterstreicht der investigative Publizist, der einen Beitrag über die Themen Facebooks, Cambridge Analytica und möglichen Einfluss auf den US-Wahlkampf 2016 im Frühjahr 2017 veröffentlicht hat.

"Grassegger findet nichts von Landsbergs Vorschlägen, dass Registrierungsstellen in Zukunft Daten an Privatunternehmen vertreiben dürfen: "Das ist eine Fehlinterpretation des Datenhandels", sagt er. Daraus ergibt sich, dass man als Einzelperson ständig hinter allen Instanzen herlaufen muss und dafür sorgen muss, dass der Datenverkehr blockiert wird.

"Die Problematik ist, dass der Mensch keine Verfügungsgewalt und Souveränität über seine eigenen Daten hat: "Und wenn sich der Deutsche Städtetag jetzt beteiligen will, dann ist es nur schlechter als bisher", sagt der Verfasser des Buchs "Das Geld bin ich. Für Gruassegger besteht die Antwort nicht darin, den Datenhandel zu begrenzen, sondern ihn zu erweitern, so widersprüchlich das auch erscheinen mag.

"â??Das tatsÃ?chliche Problemfeld kann nur gelöst werden, wenn wir selbst die SouverÃ?nitÃ?t Ã?ber unsere Daten haben und das, was gehandhabt wird, unterdrÃ? Aber die Firmen, die mit unseren Daten umgehen wollten, mussten unsere AGB unterzeichnen. Der Facebook-Datenskandal erinnerte mich ein wenig an die Bedeutung von Volkswagen im Diesellauf.

Es wird vermutet, dass es nicht nur für das Unternehmen mit Datenschutz-Problemen ein Problem gibt, sondern im Moment muss Markus Zuckerberg es ganz alleine durchlöchern. Wir wollen mit Hannes Grassegger, dem Untersuchungsreporter des schweizerischen "Magazins", über den Umgang mit personenbezogenen Daten reden. Als erster erzählte er uns von den Methoden des englischen Datenanalyse-Unternehmens Cambridge Analytica.

Sehr geehrter Kollege Gregger, vielen Dank! Hanns Grassegger: Morgen! Karkowsky: Glaubst du Zuckerberg wirklich, wenn er sagt, dass die Übermittlung der Daten an Cambridge Analytica ein außergewöhnlicher Fehler war? Gruassegger: Cambridge Analytica selbst ist nur ein Beispiel für ein viel grösseres Gesamtsystem. Karkowsky: Facebook hat jetzt gesagt, dass wir daraus lernen, und wir werden dafür Sorge tragen, dass es nie wieder passiert, weil wir die Parameter verändert haben.

Gruassegger: Ich würde es für glaubwürdig halten, die Einstellung zu ändern. Man muss sich aber daran erinnern, dass sich diese Firma schlichtweg immer noch weigert zu akzeptieren, dass das sehr einfache Business-Modell auf der Extraktion von Daten basiert. Natürlich müssen diese Daten auch fachlich mit denjenigen ausgetauscht werden, die mit Facebooks arbeiten wollen.

Dies bedeutet, dass die Daten bereits jetzt fachlich abfließen. Dies wird so bleiben, und es wird immer wieder Fälle gibt, in denen es den Menschen gelingen wird, Daten von Skype abzurufen, die für die Öffentlichkeit möglicherweise gar schädlich sind. Es gibt einen so kleinen Randeffekt von Facebooks, dass diese Brexit-Abstimmung dort vielleicht gefördert wurde.

"Karkowsky: "Facebook ist kein Datenhändler": Beschäftigt sich Facebook tatsächlich mit den Daten selbst, rechtlich gesehen? Gruassegger: Das oft missverstandene Gesicht von sich selbst ist kein Datahändler. Selbst ein Datenkäufer ist für uns ein Datenkäufer. Mit so genannten Datenbrokern zusammenarbeitend, d.h. Handelshäusern für gesammelte personenbezogene Daten. In den vergangenen Jahren hat sich ein großer grauer Markt herausgebildet, in dem Daten von Menschen, von uns, die wir auf unsere Mobiltelefone liefern und so weiter, von Anwendungen und so weiter gesammelt werden.

Diese Daten sind eine echte Ware. Auch dieses Unternehmen Cambridge Analytica, als wir nach demjenigen suchten, der uns auch selbst sagte, dass wir auf der Datensite tatsächlich ohne die Verwendung von Facebooks sein können. Damit wird auch die Gefährdung nicht abgewendet, wenn nun per Telefon aufbereitet wird, dass wir selbst keine Daten mehr über unsere App-Interfaces weitergeben.

In diesem für uns tatsächlich nicht kontrollierbaren und in den vergangenen Jahren entstandenen Datamarkt besteht die Risiko. Karkowsky: Was wird mit diesen Daten gemacht? Handelt es sich vor allem darum, die Personalisierung der Werbekampagne zu erreichen, d.h. den Fluss personenbezogener Daten zu ermöglichen und die Werbekampagne zielgerichteter auf den Markt zu bringen, um sie dann kostspieliger zu vermarkten?

Gruassegger: Man muss sich ja denken, dass es sich bei der Werbebranche nur um eine Form von Produkten handelt. Natürlich benötigen Sie diese Daten als Vorlage. Wenn wir aber jetzt ein wenig in die Vergangenheit blicken, dann stellen wir fest, dass die Individualisierung der Erzeugnisse in absehbarer Zeit zunehmen wird, so dass die Offerten, die wir erhalten werden, auf der Grundlage unserer Daten aufgebaut werden.

Das sind personenbezogene Daten. "Karkovsky: "Personenbezogene Daten sind riskanter als Öl": Sie gehen also auch davon aus, dass Daten das XXI Jahrhundert sind. Gruassegger: Man muss mit dem Term umsichtig sein. Die Daten sind mehr als nur Erdöl. Zum einen hat der grenzüberschreitende Austausch von personenbezogenen Daten bereits im vergangenen Jahr den Handelswert von Erdöl übertroffen.

Dies bedeutet, dass mehr Mittel für den Austausch personenbezogener Daten als für Erdöl aufgewendet werden. Andererseits sind personenbezogene Daten viel riskanter als Erdöl. Doch was man wirklich mit personenbezogenen Daten machen kann, ist beängstigend. Auch ich selbst habe einen solchen Datenbroker einmal versuchsweise genannt, mich als Kundin ausgeben lassen und es geschafft, die personenbezogenen Daten von drei bis neun Mio. in den USA lebenden Müttern, einschließlich der Glaubenszugehörigkeit, für drei Cents pro Stück zu kaufen.

Karkowsky: Der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Städte und Gemeinden hat am gestrigen Tag angeregt, dass auch deutsche Gemeinden in den Datahandel einbezogen werden sollten. Gruassegger: Ich denke, die Vorstellung ist grundsätzlich falsch. Hierzulande ist es teilweise getan, und das hat zur Folge, dass man als Einzelperson immer wieder einigen Autoritäten nachlaufen muss und sieht, dass der Datenverkehr blockiert ist.

Irgendwelche Formen muss ich ständig füllen und an jeder Stelle einreichen, an der sie meine Daten nicht verkaufen. Die ist eine Fehlvorstellung vom Datenaustausch. Die Problematik des Datenhandels besteht darin, dass wir nicht daran teilhaben, dass wir als Einzelpersonen keine Verfügungsgewalt und keine Souveränität über unsere eigenen Daten haben.

"Karkowsky: "Der Datenaustausch muss ausgebaut werden": Was muss passieren, damit ich die vollständige Verantwortung für alle meine Daten wiedererlangen kann? Gruassegger: Es hört sich etwas widersprüchlich an, aber der Datenaustausch muss ausgebaut werden. Es ist nur die Vorstellung, dass wir eine Form der Regulierung und Einschränkung des Datenverkehrs anstreben.

Dies bedeutet, dass wir so etwas wie einen Leckeimer mit einigen Datenschutzbestimmungen ständig reparieren wollen. Letztendlich kommt es zu einem riesigen Haufen von Gesetzen in der ganzen Weltgeschichte über den Umgang mit Daten, und das Unternehmen, das sich die meisten Rechtsanwälte leisten kann, hat die größten Vorteile.

Aber das wirkliche Problemfeld kann nur gelöst werden, wenn wir selbst die Souveränität über unsere Daten haben und das, was gehandhabt wird, unterbinden können, und wir können unter bestimmten Voraussetzungen auch von dem Geschäft selbst auskommen. Wir müssen in absehbarer Zeit keine AGB mehr aufrufen, wie es heute im Netz der Fall ist, bevor wir mit der Übergabe aller unserer Daten beginnen können, sondern dass in absehbarer Zeit Menschen, die mit unseren Daten umgehen, unsere AGB mit uns unterzeichnen und dann mit ihnen zusammenarbeiten müssen.

Karkowsky: Meine Daten sind mein Eigentum - wir haben mit dem schweizerischen Wirtschafts- und Medienjournalisten Hannes GRASSEGER über den Datahandel und seine Problematik wegen des Facebook-Datenskandals gesprochen. Gruassegger: Danke, einen angenehmen Tag noch!

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