Telefon am Arbeitsplatz

Telephon am Arbeitsplatz

Privattelefonieren kann Arbeitszeitmissbrauch sein. Laut einer Untersuchung der Stellenbörse Careerbuilder verbrachte jeder vierte Mitarbeiter während seines Werktages zumindest eine Autostunde mit privaten Anrufen, E-Mails und Sprüchen. über "die grössten Produktivitätsmörder am Arbeitsplatz". Aber was üblich ist, muss nicht gesetzlich zugelassen werden, was am Arbeitsplatz beim Telephonieren zugelassen ist und was der Auftraggeber zu tun hat, erläutert Philipp Byers, Fachanwalt für Arbeitsrecht bei der Anwaltskanzlei Abel.

Darf man vom Servicetelefon aus privat anrufen? Der Dienstapparat wird vom Auftraggeber gekauft, damit die Arbeitnehmer ihre Dienstpflichten wahrnehmen können. Es ist daher nicht zulässig, ohne vorherige Zustimmung des Auftraggebers Privatgespräche über das Servicetelefon zu tätigen. Aber jetzt hat beinahe jeder ein Privathandy, was ist das?

In den Pausen können die Beschäftigten ein privates Telefon benutzen, jedoch nicht während der Arbeitszeiten. Ruft der Arbeitnehmer im Notfall kurz den Hausarzt oder die Kindertagesstätte an, so ist es unwahrscheinlich, dass der Betreuer eine Stellungnahme abgibt, aber wenn der Arbeitnehmer während der Arbeitszeiten einen unverhältnismäßig langen Privatanruf macht, kann dies auch als Arbeitszeitmissbrauch gegen den Auftraggeber betrachtet werden und eine Vertragsverletzung darstellen.

Letztendlich zahlt der Auftraggeber auch für diese Zeit, in der die Tätigkeit nicht ausgeübt wird. Dabei kann man sich daran ausrichten, dass der festgelegte Leistungsumfang in vollem Umfange eingehalten werden muss und dass das telefonische Arbeiten die Tätigkeit der Kolleginnen und Kollegen nicht beeinträchtigt. Selbst die eigene berufliche Leistung darf nicht durch persönliche Telefonate beeinträchtigt werden.

Ein kurzer Privatanruf führt daher in der Regel nicht zu strafrechtlichen Auswirkungen. Ergibt der Auftraggeber jedoch, dass der Beschäftigte aufgrund von privaten Telefonaten seine tarifliche Tagesarbeitszeit nicht erhält, kann dies arbeitsrechtliche Nachteile haben. Welche Auswirkungen hat es, wenn der Angestellte unangemessene Anrufe tätigt? Im Falle von Arbeitszeitmissbrauch können die Richter prinzipiell einen Kündigungsgrund aus Verhaltensgründen erkennen.

In der Regel muss der Auftraggeber jedoch vorher eine Verwarnung erteilt haben, damit im Falle einer Wiederholung eine Beendigung wirksam wird. Das kann z.B. der Falle sein, wenn der Angestellte regelmässig stundenlange Privatgespräche führt und damit seine eigentliche Arbeit nicht mehr verrichtet. Anrufe von Sex-Hotlines von einem Geschäftstelefon aus, die kostenpflichtig sind, verursachen neben erheblichen Aufwendungen auch einen Rufschaden für den Auftraggeber.

Das Arbeitsgericht hat dafür in der Regel keine Entschuldigung und eine fristlose Entlassung kann auch ohne Warnung durchgesetzt werden. Müssen die Unternehmer vorab mitteilen, dass ein solches Sperre besteht?

Für Arbeitnehmer und Unternehmer ist eine solche Regulierung zu empfehlen, denn dann sind die Regeln des Spiels für alle Betroffenen ausreichend ersichtlich.

Mehr zum Thema